Saarlouiser Rundschau, Montag, 14. Mai 2007 (von SZ-Mitarbeiter Rolf Ruppenthal)
Bauzeit von einem Jahr auf wenige Monate reduziert
Mit einer neuen Technik will die Stadt Saarlouis bei der Kanal-Sanierung in Roden die Bodenarbeiten und damit die Arbeitszeiten und Kosten verringern. Heute besichtigen Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung die Baustelle in der Lindenstraße.
Das neue Schlauch-Inliner-Verfahren soll der Stadt Saarlouis Zeit und Geld bei der Sanierung der Kanalisation in Roden sparen: Zuerst wird dafür ein marodes Kanalrohr gründlich ausgespült, dann ein mit Polyester getränkter Nadelfilzschlauch, der am hinteren Ende geschlossen ist, hineingelassen. Mit dem nötigen Wasserdruck entrollt er sich im Stülpverfahren im Kanalrohr. Liegt der Schlauch dann wie eine zweite Haut innen am alten Rohr an, kann der Kunststoff mit fast 80 Grad heißem Wasser gehärtet werden. Nach 18 Stunden Aufheizen und 18 Stunden Abkühlen ist ein voll belastbares, dichtes Rohr im Rohr entstanden. Jedoch müssen alle Hausanschlüsse neu in das geschlossene Rohr gebohrt werden. Kleine Löcher macht ein Roboter, größere ein Mann, der auf dem Rollbrett ins Rohr geschoben wird, von Hand. Jedes Haus, jeder Anschluss muß daher zuvor vom Kanalleitungssystem abgehängt, aber die gesamte Wasserhaltung aufrechterhalten werden.
Zwei mächtige Pumpanlagen Ecke Linden-/Saarwellinger Straße, in der Schulstraße sowie Ecke Schul-/Lindenstraße pumpen das Wasser aus dem Kanalsystem, leiten es über Rohre hinter den Häusern an der Baustelle vorbei und unterhalb der Baustelle wieder in die Kanalisation. 150 Häuser und ein Vielfaches an Haushalten sind betroffen. Die Beeinträchtigungen sind aber relativ gering. Früher hätte man die gesamte Straße aufreißen müssen. Für rund ein Jahr wären Lärm und Schmutz die ständigen Begleiter gewesen.
Durch das Schlauch-Inliner-Verfahren verkürzt sich die Bauzeit auf wenige Wochen. Im April war mit den Arbeiten begonnen worden, im Juli sollen sie bereits abgeschlossen sein. Die Straße muß zudem nur an einigen wenigen Kanalzugangsstellen geöffnet werden. Die Kosten für das rund 420 Meter lange Kanalsanierungsstück werden auf rund 600 000 Euro beziffert.
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